Pressestimmen

Zum Konzert vom 15.02.2009


Artikel in der Lindauer Zeitung vom 23.02.2009 (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Lindauer Zeitung)

Zum Konzert vom 15.06.2008

Gewölbesaal

Das Lindauer Vokalensemble festigt seinen guten Ruf

Wenn Regen fällt und keine "Roten Abendwolken ziehn am Firmament" - so das Motto dieses Abends, - wenn König Fußball herrscht und die Kultur lieber Urlaub macht, dann bedarf es guter Gründe, um trotzdem ein Konzert zu besuchen. Diese Gründe lieferte wieder einmal das "Lindauer Vokalensemble," das den Gewölbesaal bis auf den letzten Platz füllte.

Offenbar erstreckt sich die Anziehungskraft dieser Gruppe nicht nur auf die Zuschauer, sondern auch auf so manches Chormitglied, das sonst anderswo tätig ist. Zwanzig Sängerinnen und Sänger umfasst Jörg Heides Vokalensemble mittlerweile, und vermutlich wird er sich bereits jetzt darüber Gedanken machen, wie er personell weiter verfährt, um sowohl die Besonderheit als nahezu solistisch besetztes Ensemble zu wahren als auch seinem Ruf als kleiner "Elite-Chor" gerecht zu bleiben. In jedem Falle gab es in seinen Reihen manch bekanntes Gesicht aus anderen Formationen zu entdecken, und einige Sänger waren sogar in musikalischer Doppelfunktion zu erleben - ‚mal als Sänger, ‚mal als Instrumentalist.

Es war wieder ein feines und erlesenes Programm, das Jörg Heide und seine Musikerkollegen zusammengestellt hatten. Denn das, was sich zwischen den beiden größeren Chorzyklen abspielte - den fünf Heide-Skizzen von Ferenc Farkas am Beginn und Brahms' herrlichen Zigeunerliedern als krönender Abschluss - war geprägt von großer Souveränität und erstaunlichem Können. So verblüffte etwa Jochen Hillebrand mit je einem Lied von Brahms und Wolf: seine Baritonstimme zeichnet sich aus durch Wärme, Ausdruckskraft und erfreuliche Textverständlichkeit, und so wirkten diese Lieder wie aufrichtige musikalische Botschaften. Andreas Kiraly war ihm dabei der gewohnt zuverlässige Begleiter, und diese Eigenschaft zeigte sich auch bei den zwei Stücken für Klarinette, Viola und Klavier von Max Bruch, wo er mit Stefan Heitz und Maria Häberle ein Trio bildete, dem die kammermusikalische Erfahrung anzumerken war. Insbesondere war es hier die Klarinette, die durch feine Übergänge und intimen Ton auffiel. Begeisterten Beifall erhielt der Gitarrist Jean-Jacques Schalekamp, der mit brillanter Technik zwei große Werke spanischer Musikliteratur, aber auch eine mitreißende Eigenkomposition zum Besten gab.

Wie schon beim letztjährigen Konzert setzten Laura Mildner und Verena Fischer auch diesmal wieder das Publikum in Erstaunen, als sie mit zwei Sopran-Duetten von Dvorak vergessen ließen, dass es eigentlich zwei junge Mädchen sind, die hier für wundervolle musikalische Momente sorgten.

Beide sind natürlich Mitglieder des "Lindauer Vokalensembles," das spätestens bei den elf "Zigeunerliedern" von Johannes Brahms erkennen ließ, weshalb ihm regional dieser besondere Ruf anhaftet. Obwohl das Werk von Brahms eigentlich für vier Singstimmen und damit auch für einen kleineren Rahmen gedacht war, entwickelt es seinen eigentümlichen Reiz auch in etwas größerer Besetzung. Voraussetzung ist jedoch nicht nur sängerische Beweglichkeit, sondern auch Sicherheit in Artikulation und Rhythmus, wie dies im Gewölbesaal demonstriert wurde (auch wenn der Alt ausgerechnet beim "Röslein dreie in der Reihe" ‚mal kurz "außerhalb der Reihe" war). Jochen Hillebrand erwies sich jetzt als ebenso einfühlsamer Klavierbegleiter wie zuvor als Gesangssolist.

Vielleicht macht dies ja den Erfolg und das Können dieses Ensembles aus: dass sich in ihren Reihen eine ganze Anzahl von Musikern befindet, deren Talent und Musikalität über das übliche Maß begabter Sänger und Instrumentalisten hinausgeht. Der begeisterte Schlussapplaus samt Zugabeforderungen (die auch erfüllt wurden) unterstreicht jedenfalls diese Einschätzung.

Artikel von Winfried J. Hamann in der Lindauer Zeitung vom Juni 2008 (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Zum Sommerkonzert am 22.07.2007


Artikel von Winfried J. Hamann (Foto: Reiner Roither) in der Lindauer Zeitung vom 24.07.2007 (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Lindauer Zeitung)